Stellungnahme Deecke zu Weserburg Initiative

Berlin 9.5.2014

Sehr geehrte Frau Zech,
sehr geehrte Herr Nievers,

ich unterstütze ausdrücklich die von der Initiative Weserburg veröffentlichte Stellungsnahme auf der Seite der GAK!

Wenn schon die Weserburg unter Carsten Ahrens zwei der Bilder aus der Überlassung der Sammlung der ‘Stiftung-Ludwig-Roselius-Museum’ verkauft hat, was nach meiner Meinung den Stiftungsgedanken sowohl der ‘Stiftung Weserburg’ als auch der des Schenkers widerspricht, dann sollten diese Finanzmittel wenigstens dazu verwendet werden, die Weserburg zu sanieren als auch für konsolidierende Erwerbungen des ‘Zentrums für Künstlerpublikationen’ bereitstehen.

Ich sehe die Weserburg wieder auf einem gutem Wege der Konsolidierung nach Jahren der Provinzialisierung und Stagnation. Dazu aber brauchen die Weserburg und das Zentrum für Künstlerpublikationen Zeit und kreative Ruhe, ohne von der Politik und womöglich auch Immobilieninvestoren durch ständig neue und zudem auch noch wechselnde Planspiele gestört zu werden. Die Gesellschaft für aktuelle Kunst (GAK), die diese Stagnation wahrlich nicht mit verantwortete, wird außerdem zum Leidtragenden einer Rückwärtsbewegung der Kulturpolitik.

Dass die einst mit der Weserburg kollegial befreundete Kunsthalle Bremen (angesichts der Aussicht auf einige Millionen aus dem Verkäufen) dabei mitspielt, sehe ich als Zeichen der Schwäche der Kunstszene Bremens gegenüber der Politik. Aus der Vielfalt – einst symbolisch unter gemeinsamen Kürzel der “Bremer 5 +” (die Bremer Kunstinstitute) vereint – soll wieder der alte Zustand werden: Ein Kunstmuseum, ein Kunstverein und nicht mehr!

Bremen fehlt der Wille, das einmal mutige Konzept einer Vielfalt der Museumsszene zu bewahren und – was noch wichtiger wäre – weiter zu entwickeln.

Das ist schade!

Thomas Deecke