Betriebsrat fordert Autonomie der Weserburg

Die jüngste Berichterstattung zur Weserburg in Presse und Fernsehen (Weser Kurier, 20.11.2013, Radio Bremen, buten un binnen, 19.11.2013,) veranlassen den Betriebsrat des Weserburg Museums zu folgender Stellungnahme:

Der Betriebsrat spricht sich für die Beibehaltung des Standortes der Weserburg auf dem Teerhof aus – ein einmaliger und besonderer Standort für die Präsentation für Gegenwartskunst, der durch nichts zu ersetzen ist. Eine Angliederung an die Kunsthalle Bremen lehnt der Betriebsrat ab, ebenso eine Ausstellungshalle für Gegenwartskunst in räumlicher Nähe zur Kunsthalle. Es macht auch keinen Sinn, eine Debatte über eine Zusammenführung anzustoßen, wenn vorher nicht geklärt ist, inwieweit dies aufgrund der unterschiedlichen Trägerstrukturen (Kunsthalle: Verein / Weserburg: Stiftung privaten Rechts) überhaupt möglich ist.

Der Betriebsrat ist erstaunt und überrascht und fühlt sich überrollt, was die Gedankenspiele des Kulturressorts, der Kunsthalle und des Stiftungsratsvorsitzenden der Weserburg betrifft. Mehr zufällig erfuhr er von der Existenz einer Deputationsvorlage, in der der Senator für Kultur die Weserburg und die Kunsthalle auffordert, gemeinsam auszuloten, inwieweit beide Institutionen miteinander verbunden werden können.

Den Betriebsrat verwundert nun der plötzliche Umschwung seitens des Stiftungsratsvorsitzenden. Einerseits sind aktuell immer noch Machbarkeitsstudien für einen Umbau auf dem Teerhof in Auftrag, andererseits äußert sich Klaus Sondergeld öffentlich zu einer Zusammenführung der Kunsthalle mit der Weserburg – und scheint diese Lösung sogar zu bevorzugen („Es gibt keine Tabus“). Verhält sich Sondergeld noch im Sinn der Aufrechterhaltung der Stiftung, wenn Kuratoren, Restaurator, Registrar, Pressereferent, Haustechniker unter Aufsicht des Kunsthallendirektors gestellt werden? Wir fordern Klaus Sondergeld auf, statt sich an Spekulationen für eine Zusammenführung mit der Kunsthalle zu beteiligen, die der Stiftungssatzung widersprechen, sich mit aller Kraft für die Autonomie der Weserburg einzusetzen. Er erwartet von ihm, die in der Stiftungsurkunde formulierten Verpflichtungen zu erfüllen, was auch bedeuten würde, dass er die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel seitens der Stadt Bremen anmahnt und einfordert („Der Stifter – Die Freie Hansestadt Bremen – verpflichtet sich, [...] die für die Erfüllung des Stiftungszwecks erforderlichen Mittel nach Maßgabe des Wirtschaftsplanes aufzubringen und dafür die notwendigen laufenden sächlichen Bewirtschaftungskosten und die Personalkosten des Museums [...] zu tragen, wobei diese Verpflichtung sich [...] entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen des Museums in den Folgejahren bemisst.“). Anders gesagt: Dem Weserburg Museum stehen satzungsgemäß wesentlich mehr Zuwendungen zu als es bislang der Fall war.

Was den Umbau der Weserburg betrifft ist festzuhalten, dass bis jetzt immer noch keine verlässlichen Zahlen zu den Baukosten vorliegen – obwohl man sich seit etwa zwei Jahren mit dem Umbau ebenso intensiv beschäftigt hat wie mit den Planspielen eines Neubaus. Von einem finanziell zu aufwändigen Umbau würde der Betriebsrat abraten und stattdessen die preisgünstigere Variante einer sorgfältigen Sanierung empfehlen.

Dringlich ist auch die Frage der Nachfolge des im Juni 2013 ausgeschiedenen Direktors zu klären. Eine direktorenlose Zeit bis zum Frühjahr 2015 kann ernsthaft nicht gewollt sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Reusche

- Betriebsrat -